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Wilder Spargel & die Gedanken zum Sammeln

Meine Aussage beim Spazierengehen ist immer: „ hier verhungert man nicht“. Gemeint ist, dass man immer am Wegesrand etwas Essbares findet. In unserer Natur, ringsherum, gibt es einiges an wilden Kräutern & Gemüse. Das Essen dieser Geschenke ist natürlich optimal, da es sich dem Gedanken des Essen von saisonalen & regionalen

Lebensmitteln anschließt und hinzukommend auch noch völlig kostenlos ist. Also mein Gedanke: vom Sammeln und Ernten dieser wilden &  essbaren Pflanzen könnte man sich ernähren, da es zu jeder Jahreszeit wilde Pflanzen, verwilderte Kulturen und Obst-Nuss-Bäume gibt.

Wir sind noch völlige Neulinge auf diesem Gebiet, erfreuen uns aber, wenn wir unser Wissen erweitern, in dem wir wieder etwas  „gefunden“ haben was wir als essbar definieren können und auch noch herausfinden, was es ist. Franzi neigt dazu, stets alles erstmal zu probieren, diese Angewohnheit habe ich mir, bei allem was nach Kraut aussieht, abgeschaut und dabei so einiges leckeres entdeckt. Von Pflanzen mit Beeren, vor allem mit schönen bunten Beeren, lassen wir aber die Finger, da wir durchaus überleben möchten. :-)

ein ganzer Spargelbusch

Toll ist es natürlich auch, wenn uns ein Besucher darauf stößt, was wir schönes um uns herum zum essen haben. Hingehen, pflücken, bisschen sauber machen und lecker zubereiten.
Letztes Jahr um diese Zeit war ich bereits hier vor Ort & auch zu diesem Zeitpunkt sind die wilden Spargelsträucher um mich herum mit jungen frischen Spargeltrieben zu sehen gewesen, doch hatte ich in dem Moment nicht die Geduld, mich auf den Weg zu machen  & wilden Spargel zu sammeln. Mir kam es sehr mühselig vor, da meine Idee des Selbstversorgens doch eher in Richtung eigenen Garten und Tausch von Lebensmitteln ging. Aus Kindheitstagen kannte ich noch das ein oder andere Essbare aus der Natur, doch als erwachsener Mensch ist vieles nicht mehr präsent, wenn man doch ein anderes Leben lebt, in einer Stadt, mit Supermärkten und dem maximalen Wissen, dass eine Kartoffel unter der Erde wächst, und Tomaten über dieser. An dieser Stelle möchte ich also all denjenigen Mut machen, die ebenfalls nicht schon immer Selbstversorger waren, die vielleicht auch bislang ausreichend fanden, das Rezept zur Zubereitung zu kennen und sich wohl fühlen, wenn sie den Bio-Supermarkt in der Stadt besuchen um gesundes regionales & saisonales Gemüse zu kaufen. Der erste Schritt ist der schwerste, danach kann man nicht mehr anders als dazu zu lernen. So meine Erfahrung. Nun aber zurück zu dem wilden Spargel, denn das ist das, was uns die letzten Tage beschäftigt und  erfreut hat und worüber ich berichten möchte.

Erntezeit und Auffindig machen:
Die Saison hat jetzt im März begonnen und überall kann man zwischen den doch leicht stacheligen Sträuchern die jungen und zarten Stängel erkennen. Den genauen Zeitpunkt, wann es los geht, kannten wir nicht, aber gespannt sind wir bei jedem Spaziergang zu den Sträuchern gegangen und haben geschaut, ob man schon was erkennt. Wie ein kleines Fest war also der Moment, als der erste Stängel zu sehen war, und folglich waren wir die nächsten 5 Tage etwas ungeduldig denn wir konnten noch nicht ernten, dafür waren die Stängel noch zu klein und auch zu wenige. Am Montag dieser Woche haben wir dann geplant, wilden Spargel zu ernten und uns eine leckere Speise daraus zu zaubern. Gemeinsam mit den Hunden sind wir los und haben die Sträucher, die auf den ersten Blick nur wie wild wucherndes Gewächs oder Unkraut aussehen, gesucht. Die Büsche können bis zu 2 Meter hoch werden, und die sprießende Knospe verbirgt sich in ihrem Inneren (gelegentlich kann man die Sprosse auch einen Meter weiter von der Pflanze finden).

Spargelbusch vom Nahen

Unsere Erkenntnisse zum Auffinden:
Wir tasten uns nun von unten an die Austrittsstelle des alten Spargels (der Büsche) heran und meist ist im direkten Umfeld des alten Spargels auch die Austrittsstelle des neuen, nun noch dem grünen Stängel folgen und zack hat man den neuen Spargel entdeckt. In die Büsche zu schauen und in dem Dickicht nach einem kleinen grünen Stängel Ausschau zu halten hat sich als sehr frustrierend rausgestellt. Man schaut und schaut und sieht vor lauter grün die Stängel einfach nicht. Eine weitere Erkenntnis ist, dass die Kratzer, die man von den Stacheln hat, schon ganz schön jucken können, also tragen wir ab sofort lange Arme zur Ernte.

Wie erntet man den Spargel?:
Das Ernten ist recht leicht, man kann die dünnen Stängel einfach abknicken. Diese Erkenntnis kam aber auch erst, nachdem wir den Spargel zuerst mit einem Messer abgeschnitten hatten. Wir wussten nicht, wie weit man den Spargel abschneiden kann, ab wann er zäh und eher nicht gut essbar ist, somit haben wir uns beim ersten Mal doch noch einiges an faserigen Spargel auf den Teller gezaubert. Die Abknickmethode hingegen bescherte uns wunderbar weichen und mega leckeren Spargel. Wir sind den Spargel mit der Hand von oben nach unten entlang gegangen und haben ihn dabei ein wenig in den Fingern gebogen, an der Stelle an dem der Spargel nicht mehr gut biegsam war sondern etwas härter, war die Stelle auszumachen, die dann auch beim kochen eher hart ist, also sind wir von da aus ein wenig zurück und zack, der Spargel lies sich da immer noch gut mit bloßen Händen abtrennen. Diese Methode hat sich bewährt.

der gesammelte Spargel

Idee, wie man den Spargel leichter ernten kann:
Nachdem wir nun bereits ein wenig Erfahrung gesammelt haben und ich auch noch mal die Worte einer befreundeten Selbstversorgerin revue passieren lies, fiel mir wieder ein, dass sie mir letztes Jahr sagte, dass man die alten Sträucher einfach im Februar stutzen solle oder auch rausreißen könne. Was mir heute, nachdem wir uns eine Methode der besseren Findbarkeit des ersehnten Spargels ausgewählt haben, einleuchtet, denn wenn ich die alten Spargelsträucher entferne, stehen die frischen leckeren Stangen gut sichtbar da & nicht der ganze dornige Busch, dass es der Pflanze nicht schadet, hatte sie damals erwähnt. Nun ist es für diese Methode zu spät- aber es ist abgespeichert und im nächsten Jahr werden wir dies so anwenden. Auch auf unserem Grundstück gibt es einiges an wilden Spargel zu ernten. Es ist schön sich so zu ernähren.

Zusätzlich haben wir auf dem Spaziergang noch frischen Fenchel und wilde Petersilie gefunden, die Petersilie konnten wir wunderbar direkt ebenfalls dem Gericht hinzufügen, der Fenchel konnte als Tee zubereitet werden.

frischer wilde Petersilie frischer wilder Fenchel

Zu dem Gericht, welches wir zubereitet haben ist zu sagen: man war das leeeecker!!

Hier die Zutaten:
-Kartoffeln, gekocht und dann in einer Pfanne mit leckerem eigenen Olivenöl angebraten, gwürzt mit Salz, Pfeffer und Paprika
-Petersilie (zum Schluss mit in die Kartoffelpfanne)
-frischer wilder Spargel (gedünstet)
-Rosenkohl, gedünstet und dann kurz in einer Pfanne in heißer Butter geschwenkt.

Unsere Zutaten richten sich öfter auch mal danach, was gerade weg muss, gepaart mit Dingen, die ganz frisch sind,  Rosenkohl und Spargel erscheint im ersten Moment nicht die beste Paarung, aber im Nachhinein war es eine super Entscheidung, das in einem Essen zu mischen.

lecker Essen

Also wir werden die nächste Zeit häufiger mit einem Korb bewaffnet durch die Lande ziehen um mehr davon zu bekommen. Dauer unseres Spaziergangs war ca. 1 Stunde, also in etwa die selbe Zeit, die wir so oder so spazieren gehen, die Hunde haben geschnüffelt und getobt und waren ebenfalls sichtlich zufrieden.

Auf bald

Michelle