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Schnee in Rasquera

Bin so überrascht, dass ich mich heute direkt kurz an den Rechner setze, um ein wenig darüber zu schreiben. Es wurde mir, als ich in der Nähe unserer jetzigen Heimat mit meinem kleinen Wohnwagen ankam, bereits prophezeit:

„Wenn Du nach Rasquera ziehst, kannst Du damit rechnen, dass es im Winter schneit“. Der Plan war es, in ein Land zu ziehen, in dem es schön warm ist, am Besten das ganze Jahr und nun diese Meldung: Schnee in Rasquera. Bis jetzt hielt ich es für möglich, aber nicht wahrschleinlich.

 Die letzten Tage hier auf der Chanala waren kühl, sehr kühl. Wir, Franziska, Katja (eine Wwooferin, die aktuell zu Besuch ist) und ich haben es uns drinnen schön warm gemacht. Den Ofen mit ordentlich Holz befüllt, damit wir nicht frieren müssen, wenn wir von der getanen Arbeit reinkommen. Neben der „Kälte“ (es ist im Vergleich zu Deutschland völlig übertrieben) ist es im Moment windig, so windig, dass wir es vorziehen keine Arbeiten auf zbsp. einer Leiter zu verrichten, denn, der Sturm bläst einen fast weg. Ein Versuch mit der Kettensäge auf der Leiter etwas abzusägen haben wir einsichtig abgebrochen. Wir bauen weiter an der Komposttoilette, die aufgrund von Regen und Stürmen langsamer fertig gestellt wird, als zuerst geplant. Aber sie wird so langsam und nimmt Form an & wird ganz gut, finden wir. Die Tage auf der Finca sind also momentan drinnen kuschelig warm, man macht es sich beim lesen, stricken, kochen & essen geniessen gemütlich & draussen ist es kalt und wir arbeiten das erste Mal tatsächlich mit dicken Jacken und Handschuhen. Durch die Arbeit wird uns aber doch warm und bislang war es so, dass man gegen Mittag wieder die Jacke ausziehen konnte und im Pullover weiter machen konnte. Katja ist damit beschäftigt, Europaletten in ihre Einzelteile zu zerlegen, Franzi & ich verbauen diese an der Toilette und bringen die Holzstämme mit Hilfe von Schrauben zusammen, damit das Ganze auch hält. Insgesamt läuft es gut und wir sind freudiger Stimmung. Gestern konnten wir dann, dank genug Sonne, den VW Bus von Katja neben die Baustelle stellen, eine Solarpanele nebst Laderegler an ihre Batterie anschliessen und somit ordenltich laut Musik hören ohne ihre Batterie zu entladen. Wow, was war das ein Spass. Von Reggae über Ska, Pop bis hin zu Samplern wie „ The Love Generation“. Offen für Musik zu sein kann so viel Spass machen. Effektiv gearbeitet haben wir, aber viel hüpfen und tanzen inkl. Hunde & Katzen kuscheln war drin. Bei Musik muss ich mich bewegen. Geht kaum anders. Am Ende des gestrigen Arbeitstages sind wir dann, dreckig wie wir waren, in Arbeitsklamotten los in die Bar de Baix, die in Rasquera ist, ein Feierabendbier für uns drei, das war heute mal drin und war schön, denn wir sind mit den Mopeds hingefahren, das erste Mal in 2015. Knackig kühl, aber witzig war die Tour in die Bar & zurück.

 Heute morgen sollte es dann weitergehen auf der Komposttoiletten-baustelle. Doch der erste Blick noch aus dem Bett, hinaus in den Garten lies Franzi und mich nicht schlecht staunen. Schnee!! Nicht ein wenig und nicht erst seit 5 Minuten. Der Boden war bedeckt mit Schnee und es kamen dicke weiße, wunderschöne Flocken vom Himmel. Wir sind es von Deutschland gewohnt, dass es im Winter schneit. Aber hier bei uns in Rasquera, so wunderschöner dicker flockiger Schnee hat uns überrascht. Die Katzen schienen sich nicht zu stören an dem Schnee, unser kleiner Yoda lief recht entspannt durch die dicken Flocken. Charlie und Nala hatten die Nacht in ihrem Stall mit Stroh verbracht, scheinbar war es recht warm, in ihrem Stall, trotz der kühlen Nacht, denn beide waren warm am Körper, als sie hervorkamen, um den Schnee zu begrüßen. Charlie, der jetzt 4 Jahre alt ist, kennt Schnee, aber Nala, die deutsche Dogge, ist das erste Mal in ihrem Leben mit Schnee in Berührung gekommen. Sie ist interessiert, tapst lustig darin herum. Ich konnte es mir nicht nehmen lassen zu sehen, wie die Hühner, die alle samt noch kein Schnee gesehen haben, reagieren, wenn ich sie aus dem Stall rauslasse. Süss sieht es aus, bunte Hühner die Spuren im Schnee hinterlassen und den Boden durchforsten nach allem Essbaren. Der Hahn macht Theater und kräht lauthals. Ob er wohl rumzickt wegen des Schnees?

Schnee ist schön. Auch wenn man eigentlich in einem Land lebt, in dem es nicht so häufig schneit und man auch eigentlich wegen der schönen Wärme hier lebt, aber wenn es dann doch Schnee gibt, ist man überrascht und verblüfft. Schnee zu haben, zu sehen und darin zu toben macht mir Spass. Sicher ist, einen Schneemann wird es nicht geben. Aber nun haben wir den Tag eine Pause auf der Baustelle eingelegt und sind alle drei mit entspannten Dingen beschäftigt. Katja strickt, ich lese und schreibe und Franzi lernt spanisch. Später werde ich die Hunde schnappen und mit ihnen einen Spaziergang machen in der Hoffnung, dass noch genug Schnee da ist, in dem die Beiden miteinander toben können. Frieder, der Kater, folgt uns meist auf unseren Spaziergängen und hält locker 30 Minuten durch ohne zu jammern, dass er doch auch gerne getragen werden möchte. Mal schauen, was seine Pläne sind, ob er uns durch den Schnee folgt. Ich erinnere mich noch an den ersten Schnee für Charlie, den Porcelain-Griffon Mix. Er war wie verrückt und hat in den Schnee gebissen und ihn hochgeworfen mit dem Maul um ihn dann wieder aufzufangen. Meine Wintersachen habe ich noch draussen, auch eine warme Skihose. Also hoffe ich, dass wir nachher noch eine kleine Tour machen können. Die Bilder sind von heute Morgen, nachdem es ca. 2 Stunden aufgehört hat zu schneien & leider schon etwas getaut ist, nun geht es aber munter weiter. Hüpfe gerade mal kurz vor Freude.

Michelle

 Schnee in Rasquera

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schnee

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schnee auf unserem Tisch