Cha Nala

... under the Milkyway

ChaNala Suche

ChaNala Facebook

Olivenernte

Ab 1. November beginnt in Katalunien offiziell die Olivenernte. Die kleinen Orte, die allesamt mehrere Ölmühlen (Moli d' Oli) besitzen, duften bis spät in den Abend nach frisch gepresstem Olivenöl. 

Auch wir waren diese Woche fleißig und haben unser „erstes Mal“ mit der wohlschmeckenden Frucht erfolgreich absolviert. Für den Anfang haben wir uns bei Freunden eine Ansstellung als „Erntehelfer“ verschafft , einmal um die Abläufe kennenzulernen und nicht zuletzt,

weil diese eine prima Maschine dafür gekauft haben, die wir selbst nicht besitzen. Wir haben also lediglich große Netze unter den Baum gelegt (immer schön einer nach dem anderen) und einer hat den sogenannten benzinbetriebenen Rüttelkamm geschwungen und damit jeden Ast sorgfältig durchkämmt. Zwei weitere Personen,eine davon Michelle, haben die Baumstellen, die mit der Maschine nicht zu erreichen waren, mit langen Stöcken gerüttelt, so dass auch die letzte Olive ins Netz fiel. Nun da nicht nur Oliven, sondern auch allerlei Geäst und vor allem Blätter in die Netze vom Baum gefallen waren, brauchte es noch zwei Personen (das war dann mein Beitrag), die die Oliven weitestgehend aussortierten und sie gleich in die dafür vorgesehnen 35kg Säcke einfüllten.

Nach ca 6 Stunden und einigen Olivenbäumen später haben wir dann also zu fünft auf immerhin 600kg frisch gerüttelte Oliven blicken können. 

 

Der schätzungsweise 75jährige benachbarte Bauer, der neulich mit der Leiter im Olivenbaum stand und jede Olive mit der Hand pflückte, ist sicher nur noch selten anzutreffen. Man erntet inzwischen im großen Stil. Jeder packt mit an und auch maschinelle Unterstützung ist Usus.

Die frischen Oliven befinden sich nun in einer Mühle im Nachbarort, die wir uns wegen Ihrer Ursprünglichkeit und ihrer traditionellen Kaltpressung ausgesucht haben.

Über Nacht und einen Tag länger lagert das Öl nun in Bottichen, die am unteren Teil einen Ablass haben. Nach der Lagerzeit trennt sich das restliche, nicht erwünschte Wasser vom Öl und kann darüber einfach abgelassen werden. Übrigbleiben wird ein sehr trübes, aber fast leuchtend grünes Öl, welches hoffendlich köstlich schmeckt.

Unsere eigenen Oliven ernten wir auf die gleiche Weise in den kommenden Tagen, dann mit Unterstützung unserer „Erntehelfer“ mit der tollen Maschine.

 

Zur Kaltpressung:

Die Oliven werden auf einem Förderband von den letzten Zweigen und Blättern befreit und wandern über dieses zur ursprünglichen Mühle, bestehend aus einem Motor, der zwei riesige Mahlsteine (Räder) auf einem ebenfalls riesigen steinernen Untergrund antreibt. Es entsteht eine zermalmte Olivenmasse, die weitergeleitet wird in die Presse. Diese besteht aus vielen übereinandergelagerten Bastmatten, die von oben mit enormen Druck bearbeitet werden. Die Olivenmasse arbeitet sich durch die Matten, bleibt darin hängen und nur das gute Öl quillt an allen Seiten herraus und fließt direkt in die nächste Station, nämlich dem Auffangbecken. Von da aus wird das Öl in die Lagerbotiche mit dem bereits erwähnten Wasserablass abgefüllt.

Das Ergebnis nach einem Tag ist bestes Qualitätsolivenöl.

 

Was wir selbst nicht wussten: 

Ein günstiges Olivenöl aus dem Supermarkt wird keinesfalls auf diese Weise hergestellt, sondern die  komplett ausgepresste Olivenmasse wird unter Verwendung von chemischen Zusatzstoffen „wiederaufbereitet“ und als Öl in die Regale gebracht. 

 

Bon profit, Franziska und Michelle